Juni 5

Wir laufen. Wir stretchen uns. – Im LaufCamp mit Nils Schumann

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Am05. Juni 2012
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Wie entkommt man beim Laufen der Routine, die sich nach jahrelangem Training doch häufig einschleicht? Zum Beispiel mit einer Teilnahme beim SportScheck LaufCamp! Als Vorbereitung auf die Stadtläufe war ich als Teilnehmer beim LaufCamp vom 17.-20.05. im Trentino mit vor Ort und habe die angeboten Trainingseinheiten absolviert. Mein ganz persönliches Fazit:

Donnerstag: Anreisetag – akklimatisieren? Ja, mit Training!

7:00 Uhr. Wir hatten unsere Zimmer im Al Sole Hotel in Fai di Paganella bereits in der Anreisenacht bezogen und starteten mit einem morgendlichen Einstimmungs-Team-Run. Da kommt man als Nordlicht schon leicht ins Schwitzen, wenn die ersten Höhenmeter im Laufschritt passiert werden. Die traumhafte Kulisse der Brenta Dolomiten entschädigte aber sofort für diese Anstrengung. Ganz vorne in unserer Laufgruppe dabei: Natürlich unser Laufexperte und Trainer für die nächsten Tage, Nils Schumann.

10:00 Uhr. Auf zum nächsten Programmpunkt: Das Trainingsshooting mit Nils am Molveno-See. Für unsere Facebook-Fans legt sich der Olympiasieger so richtig ins Zeug und posierte geduldig für unseren Fotografen Oliver Farys. Da werden aus zwei Liegestützen gleich mal ein ganzes Dutzend. Ob er danach wohl Muskelkater hatte? Die daraus entstandene Trainingsstrecke, die wir auf der SportScheck Fanpage gepostet haben, zeigt sowohl die besten Übungen für Rumpf und Beine für angehende und ambitionierte Läufer.

16:30 Uhr. Die knapp 50 Teilnehmer, bereits mit Laufschuhen und Running-Tights ausgerüstet, versammelten sich in der Hotel-Lobby, wo sich das Team aus Trainern, Sportwissenschaftlern und SportScheck-Vertretern vorstellte. Gemeinsam joggten wir in den Ortskern, um den angekündigten 1000m-Test zu absolvieren. Für die Passanten waren wir definitiv die Attraktion der Woche! Gelaufene Bestzeiten von 3:00-5:00 Minuten zeigten deutlich: Diese Gruppe war sehr ambitioniert.

17:00 Uhr. Nach erfolgreichem Test kam das Training der besonderen Art: Zu schnellen Rhythmen bewegten wir uns im Nike Dynamics Training, schulten unsere Ausdauer und kräftigen ganz nebenbei gezielt Muskelpartien. Von Stillstand keine Spur, zwischen den Einheiten wurde fleißig weiter gelaufen – Crossfit eben.

Freitag: Tempo, Tempo, Tempo

7:00 Uhr. Athleten schlafen nicht aus. Und wenn, dann nur bis 7:00. Die Müdigkeit stand einigen Teilnehmern noch ins Gesicht geschrieben, dennoch versammelten wir uns vollzählig zum morgendlichen Einstimmungs-Run. Auf dem Hinweg gings rasant bergab, der Rückweg zur Sporthalle dann nicht mehr ganz so schnell. Aber Innerorts sind ja auch Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beachten. Aufgewärmt und guter Dinge fanden wir uns dann auf grünen Matten in Positionen wie „der Baum“ oder „der herabschauende Hund“ wieder. Für mich ungewohnt, aber durchaus effektiv, wie mir meine Muskeln am nächsten Tag bestätigten.

10:30 Uhr. Tempotraining am Molveno-See. Aufgeteilt in drei Leistungsgruppen gings nach einer Einheit Stretching und Lauf-ABC am steinigen Ufer des Sees in 1000m-Runden. Einsteiger absolvierten 3 Runden, während die Profis in 5 Runden an ihre Grenzen gingen. Mit glänzender Stirn und glänzenden Augen regenerierten wir uns noch vor dem blauen Nass, bevor wir dann den Rückweg zum Hotel per Bus antraten.

15:00 Uhr. Eine zusätzlich Laufeinheit oder Yoga – das war hier die Frage. Ich entschied mich für das Krafttraining, bei dem wir unter freiem Himmel Muskelgruppen aktivierten, die sonst nur selten beansprucht werden. Die Läufergruppe schulte mit dem Lauf-ABC die Bewegungsabläufe und den Laufstil, der bei privatem Training doch oft vernachlässigt wird.

Zwischen den Trainingseinheiten gab uns Nils Einblicke in seinen Trainingsalltag der Olympiavorbereitung, mit seinem Expertenteam diskutierten wir über das kontroverse Sportthema Stretching.

Samstag: Bergläufe – und leider kein Sieg

7:00 Uhr. Ich gebe es zu. Ich spüre deutlich, dass ich normalerweise nicht dreimal täglich Sport treibe. Trotzdem geselle ich mich zum morgendlichen Lauf mit den anderen und laufe nicht ganz so leichtfüßig wie gestern mit. Beim Yoga im Anschluss merkt man tatsächlich, dass sich der Körper bereits auf die neuen Sport-Anforderungen einstellt.

10:30 Uhr. Bergtraining. Wieder in die Leistungsgruppen eingeteilt ging es Bergauf im Laufschritt. Ein Training, das es wirklich in sich hat und nicht unbedingt lachende Gesichter hervorzaubert. An dieser Stelle greift die Gruppendynamik: Angefeuert von den Mitläufern zieht man die Strecke durch, auch wenn die Puste eigentlich schon vor 2 Metern aus war.

15:00 Uhr. Entscheidungszeit – Lauf oder Yoga. Ich schließe mich wieder der Yoga-Gruppe an und finde es tatsächlich entspannend. Unter freiem Himmel vor der Sporthalle schaut der „Hund“ schon fast von allein zu Boden, die Gleichgewichtsübungen funktionieren dank Windstille schon wunderbar. Warum nur die parkenden Autos fluchtartig den Platz verließen, als sie merkten, dass wir unsere Matten ausrollen? Als unsere Läuferkollegen geschafft aber glücklich an unserem Platz vorbeiliefen wussten wir, das heutige Training ist vorbei.

Neben weiteren Expertenvorträgen zum Thema Sportverletzungen und gesunder Ernährung (Eis steht auf der Streichliste!?) ließen wir uns natürlich auch fern der Heimat nicht vom Fußballschauen abhalten. Spannend bis zur letzten Sekunde, leider ging die Champions League dann doch an Chelsea.

Sonntag: Finale

10:30 Uhr. Mein persönliches Highlight, der Long-Run um den Molveno See. 11km bei sonnigem Wetter über Stock und Stein mit Blick auf die Dolomiten. Das läßt jedes Läuferherz höher schlagen. Die ambitionierten verließen den Bus bereits ein paar Stationen früher, um eine 18km Runde zu laufen. Das mach ich dann vielleicht nächstes Jahr.

Nach der Trainerfragestunde gings dann mit vielen Trainingsimpulsen und der Gewissheit, in den letzten Tagen effektiv trainiert zu haben, zurück in die Heimat. Die Stadtläufe können kommen! 

O-Töne anderer Teilnehmer:

Christine D., Crossläuferin

Das Laufen hat mir jeden Tag Spaß gemacht. Überrascht hat mich die Vielfalt der Trainingsmöglichkeiten. Ich habe das LaufCamp auf eurer Event-Seite gefunden und wollte das LaufCamp schon immer ausprobieren.

Vladimir K., Freizeitsportler, Wiedereinsteiger

Am meisten überrascht hat mich das Yogatraining, das ist doch anstrengender als ich vermutet habe. Der 1000m Test war hart, aber gut, um sein eigenes Leistungsvermögen besser einschätzen zu können. Das LaufCamp war ein Geburtstagsgeschenk meiner Frau, ich habe gleich noch meinen Schwager und einen Freund mit im Gepäck. Wir alle sind begeisert.

Andreas L., Mountainbiker und Rennradler

Das Tempotraining am Freitag war ein echtes Erfolgserlebnis für mich. Ebenso der Trail-Run. Ich habe das erste Mal am LaufCamp teilgenommen, es wird aber sicher nicht das letzte Mal gewesen sein.

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